Jeder kommt mit Musik in Berührung. Jeder hört Musik in Radio, von Kassette, CD oder Schallplatte. Musik wird in der Schule unterrichtet, an manchen Schulen mit großem Gewicht. Nicht wenige werden Berufsmusiker an Musikschulen, Akademien, Hochschulen oder in Berufsorchestern. Mediziner und Psychologen schätzen und erkennen immer mehr den positiven Einfluss der Musik auf den Menschen - Musik als Therapie - Musik, so alt wie die Menschheit. Warum also nicht selbst Musik machen mit dem ältesten Instrument das wir kennen: der Stimme? Sie drückt Freude und Lebenslust, Niedergeschlagenheit und Trauer aus. Die Stimme ist der Spiegel der Seele. Singen ist daher eine wunderbare Sache. Es dient der Stimme und der Stimmung. Gute Stimme und gute Stimmung gehören eng zusammen.
Ein bekannter alter Spruch, der nach wie vor gilt. Aktuell ist aber auch die wachsende Anonymität in unserer Gesellschaft, die wachsende Bereitschaft zur Gewalt existiert schon in jungen Jahren. Konsum ist gefragt, nicht Phantasie und Selbermachen. Was dem entgegenwirkt ist die Faszination Kultur.
Wer so etwas kennen lernt und erlebt, gewinnt ein Stück Vertrauen in seine eigenen Urkräfte zurück und wird es wahrscheinlich weniger nötig haben, nach Ersatz-Abenteuern durch Medien, Drogen, Konsum oder Gewalt zu suchen (Eicke: Medienkinder)
Schwung mit Alt und Jung
Knabenchöre sind nicht nur deshalb etwas Besonderes, weil es so wenige gibt, es ist vielmehr der von Fachleuten gerühmte spezielle, metallische, helle Klang der reinen Knabenchöre. Ein Knabenchor ist auch eine einzigartige Gemeinschaft: Jungen im Alter von 7 Jahren bis hin zu jungen Männern arbeiten am gleichen Musikstück, sind bei den wöchentlichen Proben, bei Auftritten, Reisen und den einwöchigen Ferienfreizeiten in den Sommerferien zusammen. Dabei wird mit wachsendem Alter immer mehr Verantwortung für Chor und Gemeinschaft übernommen, als Verantwortlicher für Spiele und Freizeitgestaltung, Noten und Archiv oder als Mitorganisator im Leitungsteam, zusammen mit Elternvertretern und Chorleiter. Normalerweise wird in unserer Gesellschaft in Altersgruppen eingeteilt, das fängt in der Schule an und hört beim Sport auf.
Was wird gesungen?
Klassische Kirchenmusik von der Renaissance bis zur Moderne. Volkslieder und Poparrangements und Teile aus Opern wurden ebenso einstudiert wie das Musical Die Müllionäre von Peter Weiner und Sigi Kraemer. Dieses wurde im April 1995 zusammen mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks in München im Studio 1 uraufgeführt und der Auftritt live im Fernsehen gesendet.
Stimmbildung
Einzeln oder in kleinen Gruppen arbeitet der Stimmbildner mit den Sängern. Dabei wird auf korrekte Haltung, richtiges Atmen, gute und deutliche Aussprache geachtet und sauberes Singen trainiert. In Heinrich Weber, Tenor im Chor des Bayerischen Rundfunks, haben die St.-Georgs-Chorknaben einen erfahrenen Stimmbildner. Heinrich Weber ist über den Bayerischen Rundfunk hinaus ein gefragter Tenorsolist mit zahlreichen Konzerten, Plattenaufnahmen und Fernsehauftritten.
Singen ist nicht alles
Auch wenn Chorknaben in den liturgischen Gewändern oder ihrer Chorkleidung so aussehen, sie sind keine Engel, sondern ganz normale Jungen. Sie spielen z.B. gerne Fußball. Viele Pokale im Probenraum zeugen davon. Vor und nach der Chorprobe ist Tischfußball der Renner. Für die jährlichen Sommerfreizeiten in den Ferien werden Geländespiele, Fußballturniere und die traditionelle Geisternacht organisiert. Nicht wenige Sänger sind auch außerhalb des Chores befreundet und unternehmen vieles gemeinsam.